3PL-Anbieter auswählen: SLA-Checkliste — 7 zentrale Kennzahlen
Sie haben Angebote von Fulfillment-Anbietern erhalten und vergleichen nur die Preise? Wer das SLA (Service Level Agreement) nicht prüft, zahlt trotz günstiger Stückkosten am Ende drauf — durch fehlerhafte Auslieferungen, Bestandsdifferenzen und verzögerte Retouren. RUNIC hat die 7 SLA-Punkte zusammengestellt, die Sie bei der 3PL-Auswahl unbedingt prüfen sollten.
1. Kommissioniergenauigkeit (Order Accuracy)
Der Anteil der Aufträge, die exakt nach Bestellung ausgeliefert werden. Alles unter 99 % ist ein Warnsignal. Wenn 1 von 100 Sendungen falsch rausgeht, bedeutet das bei 10.000 Sendungen pro Monat rund 100 Reklamationen. Setzen Sie mindestens 99,9 % als Standard an.
Fragen zur Prüfung: „Wie hoch war die durchschnittliche Kommissioniergenauigkeit im letzten Quartal?“, „Wie viele QC-Stufen durchläuft eine Sendung?“, „Wie sieht die Entschädigungsregelung bei Fehlkommissionierung aus?“
2. Auftrags-Cut-off (Cut-off Time)
Der letzte Zeitpunkt, zu dem „heute bestellt = heute versandt“ noch möglich ist. Üblich sind 13–15 Uhr. Je später der Cut-off für den Versand am selben Tag, desto höher der Umsatz. Manche Anbieter wirken günstig, haben aber einen Cut-off am Vormittag — hier ist Vorsicht geboten.
3. Bestandsgenauigkeit (Inventory Accuracy)
Der Anteil, zu dem physischer Bestand und Systembestand übereinstimmen. Standard sind mindestens 99,5 %. Summieren sich Bestandsdifferenzen, kommt es dazu, dass ein Kanal „auf Lager“ anzeigt, während der Artikel tatsächlich nicht mehr vorhanden ist. Prüfen Sie die Regelungen zu zyklischer Inventur (cycle count) und Echtzeit-Bestandsaktualisierung.
4. Retouren-SLA
- Wie viele Tage von Rücknahme über Prüfung bis Wiedereinlagerung vergehen
- Regeln zur QC-Einstufung (einwandfrei / B-Ware / Ausschuss)
- Ob eine Neuverpackung möglich ist und zu welchem Preis
- Transparenz über den Retourenstatus im Kunden-Dashboard
Standard sind innerhalb von 3 Werktagen. Dauert es länger als eine Woche, wirkt sich das auf Ihre Kanalbewertungen aus.
5. Systemtransparenz (Visibility)
Der Kunde muss die folgenden Informationen selbst und in Echtzeit einsehen können:
- Echtzeitbestand pro SKU
- Heutige Wareneingänge / Warenausgänge
- Bearbeitungsstufe je Auftrag (Picken, Packen, Versand, Transport)
- Sendungsnummer und Sendungsverfolgung
- Monatliche Betriebs-KPI-Reports
Wenn Sie das nur wöchentlich als Excel-Datei bekommen, ist das fehlende Transparenz. Standard sind ein Web-Dashboard oder eine API.
6. Kanal- und Systemintegration
Ob folgende Kanäle und Systeme automatisch angebunden sind:
- SmartStore, Coupang, 11st, Gmarket, Cafe24, Imweb
- Globale Kanäle wie Shopify, WooCommerce, Magic Speak
- ERP- / Buchhaltungssystem des Kunden
- Wichtige Paketdienste (CJ, Hanjin, Lotte, Korea Post)
Ist nur ein manueller Excel-Upload möglich, steigt der Betriebsaufwand — und das wirkt sich auch auf den Versand-Cut-off aus.
7. Zentrale Ansprechperson (SPOC)
Prüfen Sie, ob eine feste Ansprechperson von Lagerung über Versand, Transport und System bis zur Abrechnung Verantwortung übernimmt — statt zwischen mehreren Abteilungen und Zuständigen hin- und hergeschoben zu werden. Ob ein einziger Kanal per KakaoTalk, Slack oder Telefon für den sofortigen Kontakt zur Verfügung steht, entscheidet über die betriebliche Effizienz.
Das SLA von RUNIC
RUNIC hält im Betrieb des Standorts Gimpo die folgenden SLA-Werte als Standard ein:
Wenn Sie ein Angebot erhalten, fordern Sie diese 7 Punkte schriftlich ein
Verlangen Sie schon in der Angebotsphase eine schriftliche SLA-Zusage, dann lässt sich die Betriebsqualität einschätzen. RUNIC hält Kommissioniergenauigkeit, Cut-off und Retouren-SLA bereits im Angebot schriftlich fest und teilt die tatsächlichen Messwerte in einem vierteljährlichen Betriebsreport.
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